Spiel mit dem Feuer

Donnerstag, 10.10.2013

Der Pandit beginnt ein paar kleine Holzscheite aufeinander zu stapeln. Denn nun folgt das “Agni Pooja” (Agni = Feuer).
Herr Mehra darf derweil fleißig Ghee (geklärte Butter) über das Holz verteilen. Jede Handbewegung wird dabei abermals mit Mantren begleitet.
So langsam beginnt das Feuer dann auch zu brennen. Und ordentlich zu qualmen. Da die Ventilatoren sehr “günstig” stehen (ich hab kein Lüftchen gespürt *hmpf*), schlägt der ganze Rauch den umsitzenden Verwandten in’s Gesicht. Irgendwann kommt dann aber doch jemand noch auf die Idee, ihn einfach umzustellen. Sollen sie doch auch mal schwitzen…ich weiß wovon ich spreche :lol: .

Und dann heißt es: Aufstehen! Die Erfahrung aus diversen Tempelbesuchen im Schneidersitz ließ mich befürchten, dass mindestens die Füße, wenn nicht sogar die ganzen Beine eingeschlafen sein werden. Ich sah mich und Herrn Mehra schon fleißig rumhüpfen, um die Durchblutung wieder in Gang zu bringen. Doch nix da. War es die Aufregung? Das Adrenalin? Die Hitze? Oder einfach beste körperliche Verfassung :lol: ? Na jedenfalls hatte ich Glück und es ging auch ganz ohne Kribbeln – zumindest in den Beinen. Der Bauch kribbelte hingegen umso mehr ;) .

Während der folgenden Zeremonie übergaben mich meine Brüder an meinen Mann.
Äh…Moment! Brüder? Welche Brüder? :roll: Mal abgesehen davon, dass an mitgereister Familie nur Frau Mutter und Frau Tante vor Ort waren, mangelt es mir so oder so an Brüdern. Selbst an männlichen Cousins hab ich nichts zu bieten… :lol: .
Aber wie so oft in diesen Tagen sprangen wieder Verwandte meiner Schwägerin ein :) .
Vier “Brüder” übergeben mir Puffreis, welchen ich an Herrn Mehra weiterreiche. Er wiederum übergibt ihn dem Feuer (mehr Qualm, jippieh!).  Weil’s so schön ist, wird es gleich drei Mal gemacht :lol: .

Und dann kommt endlich das, was viele wohl aus den Filmen kennen und mit einer Hindu Hochzeit in Verbindung bringen: der Gang um’s Feuer.

Ich habe auf meiner Facebook Seite schon einige Bilder gepostet und dazu geschrieben, dass es vier Runden waren. Mehrfach kam die Frage: “nur” 4? Nicht 7?
Ja, es sind 4 Runden. Das “Mangelfera” (Gang um’s Feuer) ist Symbol für die vier Ziele im Leben. Jede Runde, bei der auch ein im Weg liegender Stein zu berühren ist, symbolisiert dabei, dass man gemeinsam jedes Hindernis überwinden wird.
Die ersten drei Runden schreitet die Braut voran, die letzte führt der Bräutigam.
Die Ziele sind:  Dharma (Rechtschaffenheit), Artha (finanzieller Erfolg), Kama (Energie und Leidenschaft) und Moksha (Befreiung von allem im Leben).

Wir drehen also unsere Runden eine nach der anderen. Zwischendrin heißt es immer wieder hinsetzen, Mantren nachsprechen und beten. Es macht sich prima mit dem Kleid auf und ab zu springen :roll: .
Der Pandit ist sehr darauf bedacht, dass wir nicht Feuer fangen, denn soooo viel Platz ist irgendwie nicht und die Flammen lodern doch immer mal wieder ordentlich auf.
Aber alles gut gegangen :lol: .

Anschließend kommt aber doch auch die ominöse Zahl “7” in’s Spiel :lol: ;)  – das “Saptapadi” (sieben Schritte) steht an.
Die Literatur gibt her, dass das Brautpaar gemeinsam sieben Schritte um’s Feuer geht. In unserem Fall sind es sieben Linien aus Mehl mit sieben Versprechen/Wünschen, die der Bräutigam ablegt und danach mit einer Blüte verwischt.

…tja, und dann haben wir es auch schon fast geschafft.
Na, wer weiß, was noch fehlt?

Die Trauung

Donnerstag, 10.10.2013

Jetzt ist es also endlich soweit – wir sitzen dem Pandit gegenüber, Frau Mutter und Frau Tante links von ihm, Frau Schwiegermutter dahinter im Hintergrund. Weil es noch nicht warm genug ist, erhalte ich noch eine zweite Chunni (die gleiche, die auch schon in den Tagen zuvor bei Mayian und Chura zum Einsatz kam).
Kaum habe ich nach einigen Schwierigkeiten mit dem 8kg Kleid Platz genommen, legt Binder – so der Name des Pandits – auch schon mit dem ersten Mantra los. Ich konnte mir zumindest innerlich das Grinsen nicht verkneifen, als er zu folgenden Zeilen anstimmte:

“Om Mangalam Bhagwan Vishnu
Mangalam Garud Dhwaja,
Mangalam Pundarikaaksha
Mangalam Tano Harih.”

Wer ein sich ein bisschen mit Bollywood auskennt, kann sich denken warum – wer nicht, darf sich folgendes Video ansehen (Ohrwurmalarm!):


Anschließend (weitere Mantren inbegriffen ;) ) übergab mich Frau Mutter bereits an meinen Zukünftigen. Zunächst musste aber erstmal das Band zwischen uns getrennt werden :eek: . Ein Faden, den sie und der Bräutigam hielten, musste zerrissen werden.


Herr Mehra erhielt dann auf seine rechte Handfläsche einen kurkumafarbenen Fleck von Frau Mutter aufgemalt. Danach knotete der Priester einen Faden an meine Chunni (schon mal als Vorbereitung für den für-immer-bindenden-Knoten), legt unsere Hände übereinander und murmelt fleißig Mantren weiter. Sehr schön auch immer, dass wir diese nachzusprechen haben. Was auch immer ich da gelobt habe, ich werde es einhalten :lol:.
Anschließend wird mein rechter Daumen in der Kurkumapaste getränkt und anschließend dem Bräutigam übergeben (ja, passend zu seinem gelben Fleck auf der rechten Hand ;) ).

Und dann…ja dann bindet der Binder :lol: fleißig *den* Knoten (Das Ganze hat den feierlichen Namen “Ganthibandhan” …ist aber im Nu erledigt… ;) ).


Der Puls steigt, das Herz rast :lol: !
Aber wer jetzt denkt, damit ist es schon getan – falsch. Zu dem Zeitpunkt haben wir ca. die Halbzeit erreicht – zwei Stunden vergehen Dank x Mantren, Erklärungen und Übersetzungen wir im Flug… :lol:

Es ist soweit!

Donnerstag, 10.10.2013

Nachdem auch mit dem Bräutigam eine Unzahl an Fotos mit so ziemlich jedem Verwandten nach der Sehra Bandi Zeremonie geschossen wurde, machen wir nochmal ein paar Bilderchen gemeinsam – und dann heißt es: Aufbruch!

Bräutigam und die ganze Verwandtschaft machen sich, begleitet von lauter Musik, auf dem Weg zum Tempel. Und ich – tja, ich warte weiter ;roll: . Der feierliche Einzug zum Ort der Trauung unter Begleitung der Blaskapelle ist dem Bräutigam vorbehalten. Ich werde später “dazu stoßen”. Von daher kann ich jetzt auch nur das berichten, was ich entweder aus der Ferne (im Auto wartend), auf Video oder diversen Fotos gesehen habe ;) .

Kurz vor Ankunft beim Tempel wurde von Auto auf Pferd umgesattelt.  Herr Mehra saß zusammen mit seinem kleinen Neffen Daksh auf einem geschmücktem Gaul (goldene Hufe :lol:), die Mädels der Familie tanzten durch die Straßen (wie erinnern uns: Musiker mit Trompeten, Tuba, Trommeln und Co. waren dabei) und nach einer gefühlten Ewigkeit kamen dann auch alle am Tempel an.
Dort wartete bereits Pandit Binder samt Assistent und hatte schon so einiges vorbereitet.

Es war eigentlich zunächst geplant, dass Familieangehöhrige meiner Schwägerin den Part “meiner” Familie übernehmen würden für die diversen, uns doch unbekannten Zeremonien. Vor Ort aber gab es aber wohl einen kurzen Plausch zwischen Priester und Bräutigam. Der Pandit war sogleich begeistert von der Idee, dass Frau Mutter und Frau Tante anwesend waren und doch selbst an der Zeremonie teilnehmen könnten. Alles was es dafür Bedarf war ein Dolmetscher. Herr Mehra hatte nun also etwas mehr als nur heiraten zu tun ;) .

So begann der Pandit auch gleich mit dem ersten Puja und diversen Mantren. Frau Mutter hatte gleich alle Hände voll zu tun mit der offiziellen Begrüßung ihres zukünfitgen Schwiegersohnes.

Ich wartete :roll: derweil im Auto. Plötzlich wurde mir eine Schüssel mit Milch gereicht, in die ich einen Blick werfen sollte. Wieso konnte mir in dem Moment keiner sagen – aber offensichtlich hatte Herr Mehra zuvor sein Spiegelbild ebenfalls darin suchen dürfen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen dann ein paar “Schwägerinnen” (genaue Verwandtschaftsgrad gerne auf Anfrage ;) ) und führten mich zum Mandap, einem eigens für die Trauung errichteten, geschmückten Baldachin).

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass mir da so langsam das Herz in die Hose (Kleid?!) rutschte.

Immer schön lächeln!

Donnerstag, 10.10.2013

So, ich bin am heutigen Tag wahscheinlich die einzige, die rechtzeitig fertig ist.
Deutschen Genen sei Dank.

Als ich in voller Montur zu Hause ankomme, herrscht noch reges Durcheinander. Aber gut, bis sich 70 Leute in 3 Bädern (immerhin!) fertig gemacht haben, dauert es halt :roll:.

Aber das kann mir auch egal sein – ich habe zu tun ;).
Vor der Trauung steht noch ein Foto-/Videoshooting an – für die schönen, völlig spontanen und ungestellten Momente zu späteren Erinnerung :lol: .

Es ist ca. 10Uhr, die Temperaturen draußen und drinnen steigen. Der Fotograf hat sein Equipment bereits aufgebaut. Ich setze mich erstmal unter den nächstbesten Ventilator (der Stoff meines Kleids ist allerdings so dick, dass nichts an Erfrischung ankommt). Dann heißt’s allerdings lächeln, lächeln, lächeln. Blitz und Kamerascheinwerfer treiben die Temperaturen noch weiter in die Höhe (draußen wie drinnen 38°C ….*schwitz*!).
Nach einer gefühlten Ewigkeit und sicher einer Anzahl an Fotos, mit der man ganze Häuser mit tapizieren könnte, kommt auch der Bräutigam für gemeinsame Fotos dazu. Gut schaut er aus :).
Wir lächeln und lächeln und lächeln weiter gemeinsam in die Kamera. Ich glaube unter zwei Stunden lief das nicht (angesetzt war eine Stunde).
An dieser Stelle auch noch mal ein Lob an den Make-up-Artist: ich spüre, wie die Suppe läuft, aber das Make-up sitzt. Ich hatte eigentlich befürchtet (um nicht zu sagen damit gerechnet), dass das nicht lange hält…

Es folgt eine Zeremonie für den Bräutigam (Sehra Bandi, verschleiern des Gesichts), bei der ich allerdings nicht anwesend sein darf :roll: …ich möchte nicht behaupten, dass ich traurig war, mich im Nebenzimmer alleine unter einen auf Höchststufe gestellten Ventilator setzen zu können und die Eindrücke der ersten 5 Stunden dieses Tages sacken lassen zu können.

Ach, und ne Cola gibt’s auch.
Lang lebe der Strohhalm (auch wenn man bei indischen Strohhalmen fast verzweifelt)… :lol: .

Kleine Bedürfnisse

Donnerstag, 10.10.2013

Es klopft an die Tür. Nur mit großer Anstrengung krieg ich meine Augen auf und schiele auf den Wecker.

4:45Uhr.

WTF?!
Ich bin doch gerade erst in’s Bett gegangen (naja, 2Uhr war’s). Und überhaupt, es hieß doch, wir stehen um 5:45Uhr auf. Ich öffne die Tür und Herr Mehras Cousine (Didi) steht vor mir. Ein weiteres “Mini-Mayian” muss an diesem Morgen noch vollzogen werden. Wir einigen uns darauf, uns in einer Dreiviertelstunde wieder zu sehen. Wirklich fitter bin ich dann aber auch nicht :roll:.
Das Mayian ist schnell abgehalten und ist letztlich auch nur pro forma. Seelisch blütenrein mach ich mich fertig für den Termin beim Beauty Parlour und gönne mir zum Frühstück 3 Kekse und nen Schluck Wasser. Ich hab ja schließlich noch den ganzen Vormittag Zeit, bis ich in’s Hochzeitskleid geschnürt werde und dann wohl nicht mehr “wo” hin kann.
Das sich das noch als ein Fall von “denkste” heraus stellen wird, weiß ich zu dem Zeitpunkt leider nicht.

Mit meinem 8kg-Hochzeitslehnga-und-Chunni-Paket bepackt, liefert mich Herr Mehra schnell bei Friseur und Kosmetikerin ab. Und dann der kleine Schock: ich werde direkt in mein Kleid gesteckt :oops:.

Man mag sich fragen: “Und, was ist das Problem?”
Eigentlich gibt es keines. Wäre es nur nicht so dick und schwer, dass mir beim bloßen Anblick schon der Schweiß auf der Stirn steht! Die Hochzeit ist frühestens in 5 Stunden (sofern es pünktlich los geht *mit dem Zaunpfahl wink*). Und da es eben auch so groß und schwer ist, komm ich da weder einfach, geschweige denn alleine raus und wieder rein.

Ich trage einen Lehnga. Dieser besteht aus einem langen Rock, der kurz unterm Brustkorb freundlicherweise ordentlich fest geschnürt wird (hinterlässt hübsche Spuren) und zur Sicherheit auch mit zwei Trägern über die Schulter geschnallt wird. Darüber gibt es eine Choli (Top), sowie die Chunni, welche mit reichlich Sicherheitsnadeln hier und da festgepinnt wird.
Hab ich schon erwähnt, dass ich an diesem Tag da so schnell nicht mehr raus komme?! :oops: :oops: :oops:

Ich überschlage kurz, welches Volumen bei diesem Wetter (erwartete 38°C) an Flüssigkeit wohl aufgenommen werden kann. Steht ja alles in Relation zur Ausscheidung und da ist heute nur noch “schwitzen” eine Option. Ächz!

Ich begieße mein Schicksal schluckweise mit einer kleinen Cola (es ist ca 7Uhr) und stopfe noch schnell ein paar Kekse hinterher. Die Hiobsbotschaft von der unmöglichen Nahrungsaufnahme und auch die aufkommende Nervosität schlagen mir allerdings direkt auf’n Magen (wenigstens nur dahin und nicht auf’s Gemüt) – aber dafür hab ich ja die halbe Apotheke mit nach Indien geschleppt. Bestens präpariert, quasi.

Eigentlich kann nun nix mehr schief gehen. Und so lasse ich die Damen (und den einen Herr) an Haut, Haare und Nägel und erlebe die Verwandlung zur indischen Braut :lol:

Shake a leg!

Mittwoch, 09.10.2013

Puh, also der Mittwoch ist ganz schön vollgepackt. Mayian 2, dann die Chuda-Zeremonie und jetzt geht es erst richtig los!

Es ist ca. 20:30Uhr, die Sonne ist schon lange untergegangen. Die Temperaturen sind auf ein angenehmes Maß gesunken (das haben wir ja schon beim Mayian bemerkt ;)) und so fühlt man sich draußen wohl.

Allerdings nicht nur wir. Diverse Mücken (wobei…es sind eher Eintagsfliegen…aber größer…Ungeziefer halt :roll:) suchen sich ihr Plätzchen im Licht. Wer aufgepasst hat weiß: an unserem Haus gibt es Licht. Viel Licht :lol:.

Drinnen geht es nun los mit den Vorbereitungen zum Jaggo. Wie ich schon mal berichtet habe, wird beim Jaggo gesungen und getanzt und um die Häuser gezogen. Dabei haben immer zwei Frauen einen Kupferkrug auf dem Kopf, den gaggar, an dessen Rand kleine Kerzen angezündet werden. Wie heute sicher überall, waren diese Kerzen auch bei uns elektronisch. Und es kamen auch nicht nur Frauen in den Genuß den Krug auf dem Kopf zu tragen – Herr Mehra durfte, wenn auch hauptsächlich nur für’s Foto, auch ran. Ebenfalls dabei ist immer ein großer langer Stock, an dem Glöckchen sind, welcher auf die Erde gestampft wird und entsprechend bimmelt.

Beim Jaggo zieht die Familie von Braut und Bräutigam jeweils durch die Straßen. Wahrscheinlich waren wir die ersten in unserer Stadt, bei denen dies beide Familien bzw das Brautpaar zusammen machten. Um die Häuser wird natürlich auch nicht leise gezogen, nein – vorneweg trommeln und singen sich die Dhol-Spieler die Seele aus dem Hals.


Wir halten derweil jeweils ein Tablett mit einer aus Teig geformten Kerze vor uns. Sie ist an 4 Dochten angezündet und brennt mit Senföl (ja, das gute Zeug verfolgt uns!). Dank eines etwas überschwänglichen Tänzers in der Familie hat Herr Mehra einen Teil des Öls auch sobald auf seinem Hemd. Wie gut, dass seine Kurta silberfarben ist und es nicht wirklich auffällt (na, wer sich jetzt die Fotos auf Facebook/Picasa anschaut, dem wird es vielleicht auffallen ;))

Nurmahal ist eigentlich nicht sehr groß. Aber irgendwie schaffen wir es doch, ewig unterwegs zu sein. Die Nachbarn sollen ja auch was davon haben. Denn neben Gesang und Trommeln werden auch kräftig “Klingelstreiche” gespielt, damit die Leute raus kommen – zum Schauen und Gratulieren und gerne auch zum Mitfeiern. 
Wir machen drei Mal eine Pause und kehren in die Häuser von Verwandten und Bekannten ein. Da gibt’s dann eine Erfrischung (trotz angenehmer Temperaturen nötig!) und  juchu Süßkram (vorzugsweise Barfi). Getanzt wird natürlich auch. Man, was da an Geld wieder durch die Gegend fliegt (die Dholwalas wird’s gefreut haben ;))!

Gegen 23:00Uhr sind die Füße platt gelatscht/getanzt, die Mücken immer noch da (reichlich!) und der Umzug kehrt wieder zu Hause ein. Nach einer kleinen Stärkung und etwas Quasselwasser (bzw hier dann eher Tanzwasser) geht es dann auch gleich weiter mit der Party. Der DJ hat schon fleißig aufgelegt. Von Bhangra bis Bollywood-Songs ist alles dabei. Die Stimmung ist wunderbar. Alle tanzen ausgelassen, der Fotograf macht fleißig Fotos, stundeslanges Videomaterial wird eingefangen und wir haben einfach Spaß :D.
Party
Gegen 2Uhr sind wir dann endlich im Land der Träume. Oder Albträume? Wir hätten gerne noch länger Party gemacht  – aber um 5Uhr wird der Wecker klingeln :oops:

…der große Tag kommt in großen Schritten immer näher :lol:.

Armreifen! Es müssen Armreifen her!

Mittwoch, 09.10.2013

Die zweite Mayian-Zeremonie ist überstanden. Wir können uns waschen und für den Rest des Abends in Schale werfen. Herr Mehra entscheidet sich für einen silbergrauen Kurta Pyjama, ich trage einen orange-grünen Salwar Kameez. Damit auch genug Farbe im Spiel ist, ist auf der Chunni noch ein pinker Rand.
Als nächstes gibt es nun für mich Chuda – die speziellen Armreifen der Braut.
ChudaChuda sind rote und weiße Armreifen, die die Braut vor der Hochzeit erhält (normalerweise am Hochzeitstag, wir führen die Zeremonie am Vorabend durch). Traditionell werden sie zwischen 40 Tage und einem Jahr getragen. Ein jeder Inder weiß, was sie bedeuten. Neben dem Sindoor (rote Farbe) und dem Mangal Sutra (Kette) gehört es zu den drei Symbolen für “verheiratet”. In diesem Fall mit dem Zusatz “frisch” (weniger als ein Jahr ;)). Für gewöhnlich legt der Onkel der Braut die Armreifen an. Da mein Onkel nicht anreisen konnte, übernimmt kurzerhand der Bruder meiner Schwägerin die Aufgabe.
Zunächst taucht seine Frau die Armreifen in Milch und dann werden sie mir über die Hand gestreift. Ich hatte vorher die Befürchtung, dass sie zu eng sein könnten und es ein halber Krampf werden würde, aber sie passen perfekt.

Chuda ZeremonieDanach werden am ersten Armreifen am Handgelenk noch Kalire angebracht. Ich weiß gar nicht so recht, wie ich das übersetzen soll, außer mit “Gebaumel”. Aber seht selbst ;):

Kalira